Horst & Irmgard Lämmerzahl über die Gründungsjahre

An einem kalten Novembernachmittag haben wir uns, in der warmen Gartenlaube von Horst & Irmgard Lämmerzahl bei Kaffee und Kuchen getroffen und versucht anhand von Alten Fotos die Geschichte der Gründung und den Aufbau des Kleinen Dahlkamps zu erfahren. Mit Hilfe der Urgartenmitglieder haben wir einen tiefen und weiten Blick in die Vergangenheit getan. Wir hoffen das wir es trotz moderner Technik, Laptop und Diktiergerät usw. bis ins Detail wieder geben können.

Früher war diese Grundstück mal eine einfache Wiese mit Hecken, Gräben und grasendem Viehzeug. Im Krieg wurden hier für den Flugplatz Loddenheide (Er ging bis nach Handorf) Flaks aufgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg, viele haben es selber noch erfahren, war das Elend und der Hunger groß. So wurde für die vielen kinderreichen Arbeiterfamilien eine Möglichkeit gesucht, sich selber mit Gemüse und Obst zu versorgen. Es wurde ein Grundstück gesucht und dieses Plätzchen gefunden. Nach einem Glücks bzw. Losverfahren haben dann viele Familien ein Stück Land bekommen. Was durch die Aufteilung des großen Grundstücks in einzelnen Parzellen gar nicht einfach war. Mit viel Pioniergeist und Hunger im Bauch wurde diese Anlage urbar gemacht. Es mussten die Spuren des Krieges beseitigt werden (Flakstellungen usw. entfernt werden) in einigen Gärten sind die Lauben auf den Alten Betonsockel diese Stellungen errichtet worden. (Sie stehen Heute noch). So nahm der Kleine Dahlkamp seinen Lauf.

Es wurde Anfangs mit viel Schweiß und einfacher Technik, an den Hauptwegen nach Wasser gebohrt, einige Bohrlöcher sind Heute noch Aktiv. Aus den Trümmern der zerbombten Stadt Münster wurde, einiges Baumaterial organisiert, angebranntes Holz, Mauersteine, Ziegel usw. vieles musste improvisiert werden. (Nicht so wie Heute, schnell mal in den Baumarkt und fertig.) So wurden die ersten Unterstände und Hüttchen gebaut. In den 50er Jahren wurden dann, durch Vorlage einer Bauzeichnung und Genehmigung beim Stadtbauamt die ersten Steinlauben errichtet (Einige stehen Heute noch.) Die Bauzeichnungen mussten mühselig per Pauschpapier nachgezeichnet werden um sie zu vervielfältigen, damit auch ein anderes Gartenmitglied bauen konnte. Leider sind diese Zeichnungen über die Jahre verloren gegangen. Später wurden diese Genehmigungen nicht mehr benötigt und jeder konnte seinem Stil freien Lauf lassen.

Es wurde der Erste Vorstand gewählt und eine Mitgliederliste erstellt (Siehe Foto). In jedem Garten wurde am Eingang ein Kirschbaum gepflanzt, was dann im Frühjahr ein prächtiges Blütenspiel war. (Einige stehen Heute noch) Doch mit den Jahren verlor sich dieser Kirschbaumrain. So wuchs diese Anlage heran, in den 60er Jahren wurden die ersten Wasserbohrungen in den eigenen Gärtenvorgenommen und mit einer Handpumpe konnte man sein Grün mit Wasser versorgen, eine mühselige Handarbeit. Erst Mitte der 70er Jahre wurde die Anlage mit Strom versorgt, was wiederum eine riesige Pionierarbeit war, Gräben ausheben, Leitungen verlegen, Anschlüsse schaffen usw. (Ein Hoch auf die Pioniere die diese Tat vollbracht haben, viele sind Heute auch noch in der Anlage sehr Aktiv.) Nachdem die Elektrik ein der Anlage Einzug gehalten hatte, wurde vieles einfacher und bequemer (Licht, Wasserwerke, usw.). Das Vereinsleben, kam auch Damals nicht zu kurz. Es wurde erst ein kleines Gemeinschaftshaus gebaut, und viele große Feiern mussten in Gaststätten und andere Räumlichkeiten ausgerichtet werden. Erst Mitte der 80er Jahre wurde das Heutige Gemeinschaftshaus errichtet. Anfang der 90er Jahre wurde der Parkplatz mit einer Alphaltdecke versehen und Aus war es mit dem Osterfeuer auf dem Platz (Schade). Ja so ist die Anlage über die Jahre gewachsen, viele der heutigen Mitglieder sind in der Anlage Groß geworden und haben schon selber Kinder, oder sind sogar schon Großeltern geworden. Ja, Ja die Zeit die rennt…